Rettungsassistent

Rettungsassistent

Der Rettungsassistent ist gemäß RettASSG die einzige Ausbildung im Rettungsdienst und Krankentransport, welche bundesweit einheitlich per Bundesgesetz definiert ist. Seit 2015 ist jedoch das Berufsbild des Rettungsassistenten durch das Berufsbild des Notfallsanitäters ersetzt worden. Die Ausbildungen im Rettungsdienst sind in der Wertigkeit bzw. Qualität wie folgt gegliedert:

  1. Rettungsassistent / Notfallsanitäter (als höchste Qualifikation)
  2. Rettungssanitäter
  3. Rettungshelfer

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung zum Rettungsassistent gliedert sich in 1600 Schulstunden in den auch diverse Krankenhauspraktika inkludiert sind, 1600 Stunden Einsatz auf dem Rettungsmittel und einem umfangreichen Abschlussgespräch.

Rechtliche Grundlagen

Geregelt ist die Ausbildung auf Bundesebene im Rettungsassistentengesetz. Das Gesetz ist jedoch derzeit außerkraftgesetzt und durch das Notfallsanitätergesetz ersetzt worden. (s. Rettungsassistentengesetz)

Einsatzbereich

Der Rettungsassistent ist als Einsatzleiter auf dem Rettungswagen eingesetzt. Ebenfalls als taktischer Führer kann der Rettungsassistent auf dem Notarztwagen eingesetzt werden. Als Fahrer fungiert der RettAss auf dem Notarzteinsatzfahrzeug.

Rettungsdienst

Rettungsdienst / Notfallrettung

Was ist der Rettungsdienst?

Der Rettungsdienst ist in Deutschland in staatlicher Hand und stellt die medizinische Notfallversorgung dar. Jeder (Land)-Kreis bzw. jede kreisfreie Stadt hat als Träger des Rettungsdienstes dafür zu sorgen, dass Vorkehrungen für die notfallmedizinsiche Versorgung getroffen werden. Diese Vorkehrungen sind im jeweiligen Landesrettungsdienstgesetz näher definiert.

Der Rettungsdienst kann zu Land, zu Wasser und in der Luft erfolgen. Hierbei kommen verschiedene Rettungsmittel zum Einsatz. Am häufigsten sieht man Krankenwagen bzw. Rettungswagen im Stadtbild. Aber es gibt weitaus mehr Fahrzeuge und Mittel zur Rettung von verunfallten, verletzten und erkrankten Personen.

Welche Rettungsmittel gibt es?

Hier gibt es eine Vielzahl an Fahrzeugen, Schiffen / Booten und Luftfahrzeugen. Am häufigsten kommen folgende Rettungsmittel zum Einsatz:

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  • der Rettungswagen (nach DIN 1789 Typ C)
  • der Krankenwagen (nach DIN 1789 Typ A2)
  • das Notarzteinsatzfahrzeug
  • der Notarztwagen (nach DIN 1789 Typ C)
  • der Rettungshubschrauber (RTH)
  • das Rettungsboot

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Wer bezahlt den Rettungsdienst?

Transportschein Rettungsdienst

Verordnung einer Krankenbeförderung (Transportschein)

Die Antwort ist einfach und vielfältig zugleich. Der Rettungsdienst stellt die medizinische Versorgung im Notfall dar. Hierbei ist wichtig, dass der Zweck eines jeden Einsatzes ist, leben zu verlängern und leiden zu vermindern. Somit kommt es häufig zu einer Heilbehandlung bzw. dem schnellen Transport zu einem Ort, wo eine zielführende Heilbehandlung durchgeführt werden kann.

Folglich zahlen die Krankenkassen für den Rettungsdiensteinsatz. Allerdings nur dann, wenn der Einsatz auch medizinisch indiziert ist. Das bedeutet im Detail muss ein Arzt feststellen, dass der Patient keine andere Alternative hatte als den Rettungsdienst zu alarmieren. Ist dies der Fall, also stellt ein Arzt fest, dass der Patient eine alternative zum Rettungsdienst gehabt hätte, so gehen die Kosten für den Rettungsdiensteinsatz auf den Patienten über.

Zusammenzufassen ist:

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  • der Rettungsdiensteinsatz ist gerechtfertigt (ein Arzt unterschreibt den Transportschein)
    • die Kosten werden bei allgemeinen Unfällen bzw. Krankheiten durch die jeweilige Krankenkasse übernommen
    • bei Arbeitsunfällen, Schulunfällen etc. werden die Kosten von der jeweiligen Unfallkasse / Berufsgenossenschaft übernommen
  • der Rettungsdiensteinsatz ist nicht gerechtfertigt (ein Arzt verweigert die Unterschrift des Transportscheins)
    • die Kosten werden dem Patienten privat in Rechnung gestellt

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Was kostet ein Rettungsdiensteinsatz?

Die Kosten variieren sehr stark und hängen neben der Art des eingesetzten Rettungsmittels auch von den örtlichen Gegebenheiten ab. Jeder Betreiber eines Rettungsdienstes verhandelt den Verrechnungspreis für das einzelne Rettungsmittel mit den Krankenkassen. Somit können z.B. Einsätze eines Rettungswagens von 200 Euro bis 600 Euro variieren. Hinzu kommt dann häufig noch die Pauschale für den Notarzteinsatz.

 

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Wie rufe ich den Rettungsdienst?

Ganz einfach – Europaweit unter der Notrufnummer 112. Egal ob vom Festnetz oder Mobiltelefon, man wird immer mit der nächstgelegenen Rettungsleitstelle verbunden. Die Leitstelle übernimmt dann die Abfrage und entsendet ein oder mehrere Rettungsmittel zum Einsatzort.[/box]

Gibt es eine rechtliche Grundlage?

Ja – und zwar in jedem Bundesland gibt es ein Landesrettungsdienstgesetz. In diesem Gesetz stehen die grundlegenden Eigenschaften des landestypischer Rettungsdienstes. So ist auch hier die personelle Besetzung der Fahrzeuge geregelt. Hier gibt es teilweise große Unterschiede.

Hier geht es zur aktuellen Version des RettG-NRW

Rettungsgasse

Rettungsgasse

Allgemeines

Als Rettungsgasse bezeichnet man das Freihalten einer Fahrspur für den Rettungsdienst auf mehrspurigen Straßen. Insbesondere bei Stau oder stockendem Verkehr soll somit den Rettungskräften des Rettungsdienstes, der Feuerwehr und der Polizei eine freie Fahrt gewährt werden.

Das Einrichten der Gasse sollte bereits bei stockendem Verkehr auf mehrspurigen Straßen (z.B. Autobahnen, Landstraßen, Schnellstraßen) geschehen. Hierbei gilt zu beachten, dass bei zwei Richtungsfahrbahnen die Gasse in der Mitte eingerichtet wird. Bei mehreren Richtungsfahrbahnen soll zwischen der linken und der benachbarten Fahrbahn eine Rettungsgasse eingerichtet werden.

Rechtliches

Rechtlich geregelt ist die Bildung einer Gasse seit 2016 in der Straßenverkehrsordnung (StVO). So heißt es im §11 Abs. 2:

„Sobald Fahrzeuge auf Autobahnen sowie auf Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Richtung mit Schrittgeschwindigkeit fahren oder sich die Fahrzeuge im Stillstand befinden, müssen diese Fahrzeuge für die Durchfahrt von Polizei- und Hilfsfahrzeugen zwischen dem äußerst linken und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Fahrstreifen für eine Richtung eine freie Gasse bilden.“

Derzeit gibt es konkrete Pläne, das nicht Einhalten der Rettungsgasse unter Strafe zu stellen. So will der Bundesrat nun nachbessern und den Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit in den Tatbestand einer Straftat ändern. Die somit härtere Vorgehensweise gegenüber Verkehrsteilnehmern, welche nicht eine Rettungsgasse bilden, soll helfen die lebensnotwendige Gasse dauerhaft einzurichten. Sollte es zur Umsetzung kommen, so wären weitaus höhere Geldstrafen oder gar Freiheitsstrafen möglich.

Diese Maßnahmen spiegeln die steigende Respektlosigkeit gegenüber Rettungskräften und Einsatzkräften dar. So wurde bereits der Tatbestand der Behinderung eines Rettungseinsatzes mit höheren Strafen belegt.

Tipps: Wie wird eine Rettungsgasse gebildet?

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  • Die Rettungsgasse muss zwischen der ganz linken und der benachbarten Spur eingerichtet werden.
  • Wer sich auf der linken Spur befindet, muss soweit wie möglich nach links ausweichen – also in Richtung der Mittelleitplanke
  • Wer sich auf der rechten bzw. benachbarten Spur befindet, soll soweit nach rechts ausweisen wie möglich
  • Wann wird die Rettungsgasse gebildet? – sofort! nicht erst bei sich annähernden Rettungsmitteln
  • Wer darf die Rettungsgasse befahren? – nur Fahrzeuge der Polizei und anderer Rettungskräfte (Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Abschleppdienst – §11 Abs. 2 StVO)
  • Wann darf die Rettungsgasse aufgegeben werden? – erst dann wenn der Verkehr wieder normal fließt
  • Noch etwas: Niemals den Rettungsfahrzeugen folgen! Sie befahren in der Regel eine Einsatzstelle.

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Rettungswagen gemäß DIN 1789 Typ C der DiG GmbH

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Rettungshelfer

Rettungshelfer

Der Rettungshelfer ist eine Ausbildungsstufe im Rettungsdienst. Genau genommen stellt der Rettungshelfer die kleinste gesetzlich geregelte Ausbildungsstufe dar. Die Ausbildungen im Rettungsdienst sind in der Wertigkeit bzw. Qualität wie folgt gegliedert:

  1. Rettungsassistent / Notfallsanitäter (als höchste Qualifikation)
  2. Rettungssanitäter
  3. Rettungshelfer

Sanitätsdienst in DuisburgAusbildungsdauer

Der Rettungshelfer hat eine Ausbildungsdauer von 80 theoretischen Schulstunden sowie einem praktischen Anteil von 80 Stunden. Der praktische Anteil ist als Rettungswachenpraktikum (Hospitieren auf dem Rettungswagen und Krankenwagen) vorgeschrieben. Im Rahmen der theoretischen Ausbildung wird eine Prüfung abgelegt. Ein abschließender Prüfungslehrgang wie bei dem Rettungssanitäter ist nicht vorgesehen.

Rechtliche Grundlagen

Geregelt ist die Ausbildung zum Rettungshelfer aus Landesebene. In Nordrhein-Westfalen umfasst die Ausbildung den unter Ausbildungsdauer genannten Umfang. In anderen Bundesländern kann dies abweichen.

Wichtig ist, dass der Rettungshelfer in NRW die kleinste geregelte Ausbildung darstellt. Alle Ausbildungen bei Hilfsorganisationen wie z.B. Einsatzsanitäter oder San-Helfer A/B/C stellen lediglich organisationsinterne und keine genormte Lehrgänge dar.

Einsatzbereich

Der Rettungshelfer wird im Rettungsdienst als Fahrer des Krankenwagens (KTW) eingesetzt. Er soll in der Funktion dem Transportführer assistieren und das Fahrzeug fahren.

Ein weiterer Einsatzbereich ist der Sanitätsdienst. Hier können ebenfalls assistierende Tätigkeiten übernommen werden.

Rettungssanitäter

Rettungssanitäter

Der Rettungssanitäter ist die mittlere Ausbildungsstufe im Rettungsdienst.  Die Ausbildungen im Rettungsdienst sind in der Wertigkeit bzw. Qualität wie folgt gegliedert:

  1. Rettungsassistent / Notfallsanitäter (als höchste Qualifikation)
  2. Rettungssanitäter
  3. Rettungshelfer

Ausbildungsdauer

Der Rettungssanitäter wird an staatlich anerkannten Rettungsdienstschulen ausgebildet und umfasst einen theoretischen Schulanteil von 160 Unterrichtsstunden. Weiterhin ist ein Krankenhauspraktikum von 160 Stunden vorgeschrieben. Im Anschluss wird 160 Stunden auf dem Rettungswagen hospitiert. Abschließend erfolgt ein 40 Stunden umfassender Prüfungslehrgang der mit der staatlichen Prüfung vor dem Gesundheitsamt abschließt.

Rechtliche Grundlagen

 

Geregelt ist die Ausbildung ebenfalls auf Landesebene in der jeweiligen Prüfungsverordnung. In Nordrhein-Westfalen ist dies und er RettAPO festgelegt.

Einsatzbereich

 

Der Rettungssanitäter wird als Führer auf dem Krankenwagen oder als Fahrer auf dem Rettungswagen eingesetzt. Hier hängt der Einsatzbereich ebenfalls vom länderspezifischen Rettungsdienstgesetz ab. In einigen Bundesländern ist auch der Einsatz als Fahrer auf dem Notarzteinsatzfahrzeug möglich.

Rettungswagen

Der Rettungswagen

RTW nach DIN 1789 Typ C

Rettungsmittel der DiG GmbH aus Gelsenkirchen

Ein Rettungswagen ist in Deutschland ein genormtes Transportmittel für kranke Menschen beziehungsweise lebensbedrohlich verletzte Personen. Der Rettungstransportwagen ist in der DIN 1789 Typ C definiert. Im Rahmen der DIN-Norm sind nicht nur das äußere Erscheinungsbild sondern insbesondere die Ausstattung sowie die technischen Eigenschaften des Rettungswagens definiert.

Ziel dieses speziellen Fahrzeuges ist es, im Rahmen der Notfallhilfe bei Unfällen oder schwer erkrankten Personen schnelle medizinische Hilfe zu leisten.

Personal

Besetzt ist der Rettungswagen mit Fachpersonal nach dem jeweiligen länderspezifischen Rettungsdienstgesetztes. So ist in Nordrhein-Westfalen zum Beispiel der Rettungswagen mindestens mit einem Rettungsassistent / Notfallsanitäter als Transportführer und einem Rettungssanitäter als Fahrer zu besetzen.

Material

Dem Fachpersonal steht eine umfangreiche Ausstattung zur Verfügung. Diese beinhaltet unter anderem:

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  • EKG-Gerät inkl. Defibrillator
  • Beatmungsgerät
  • Absaugpumpe
  • Krankentrage
  • Vakuummatratze
  • Rettungsgeräte
  • Halswirbelsäulenstützkragen (z.B. Stifneck ®)

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Einsatzbereich

Eingesetzt wird das Fahrzeug in allen Bundesländern für die Notfallrettung und sekundär für den qualifizierten Krankentransport. Als primäres Rettungsmittel sollte das Fahrzeug eine Eintreffzeit von circa 8 Minuten (städtisch) und 15 Minuten (ländlich) nicht überschreiten. Unterstützt werden die Rettungskräfte von anderen Fahrzeugen des Rettungsdienstes wie zum Beispiel dem Notarzteinsatzfahrzeug oder dem Rettungshubschrauber.

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Ausrüstung eines Rettungswagens